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Die Bremerhavener SPD-Fraktion fordert einen Medizinstudiengang im Land Bremen: „Nur mit mehr Fachkräfteausbildung können wir dem Ärztemangel wirkungsvoll begegnen!“

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Viele Menschen in Bremerhaven berichten bereits heute, dass sie nur schwer oder erst nach langen Wartezeiten einen Facharzttermin erhalten. Diese Situation wird sich in den kommenden Jahren durch den demografisch bedingten Ruhestand zahlreicher Ärztinnen und Ärzte weiter verschärfen. Nach Auffassung des gesundheitspolitischen Sprechers der Bremerhavener SPD-Fraktion, Jörn Hoffmann, ist daher entschlossenes politisches Handeln dringend erforderlich.

„Wir brauchen im Land Bremen einen Medizinstudiengang, um die Fachkräfte von morgen auszubilden. Höhere Zahlen junger Ärztinnen und Ärzte zeigen sich in nahezu jeder Stadt und Region, die einen Medizinstudiengang anbietet“, so Jörn Hoffmann. „Junge Menschen kommen zum Studium in eine Stadt, lernen Freundinnen und Freunde sowie Partnerinnen und Partner kennen und bauen sich ein soziales Umfeld auf. Wer irgendwo Wurzeln schlägt, lässt sich nicht mehr so einfach verpflanzen“, erläutert Hoffmann den sogenannten Klebeeffekt. Dieser beschreibt, dass Regionen mit einem Medizinstudiengang langfristig von einer besseren medizinischen Versorgung profitieren, weil viele Absolventinnen und Absolventen dort dauerhaft bleiben.

„Wir haben keine Zeit mehr für formalistische Debatten darüber, ob genügend Geld für einen Medizinstudiengang vorhanden ist. Das Kostenargument ist vorgeschoben. Wo politischer Wille vorhanden ist, lassen sich auch die notwendigen finanziellen Spielräume im Haushalt schaffen. Mehr als jeder zweite Hausarzt ist nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung älter als 60 und es kommen zu wenig junge Menschen nach. Es steht also fünf vor zwölf“, so Hoffmann.

Nach Ansicht der SPD-Fraktion liegen bereits verschiedene Lösungsansätze auf dem Tisch, um die Ausbildungskapazitäten für Ärztinnen und Ärzte zu erhöhen. Durch Kooperationsprojekte – wie sie der Klinikbetreiber AMEOS in Bremerhaven gemeinsam mit der Medizinischen Universität Osijek in Kroatien bereits praktiziert – könnten kurzfristig Fortschritte bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels erzielt werden. Langfristig könne ein Stufenmodell mit dem schrittweisen Aufbau einer Medizinischen Fakultät im Land Bremen die Ausbildung der Fachkräfte von morgen sichern.

„Bremerhaven bietet sich für den Standort einer Medizinischen Fakultät im Land Bremen hervorragend an. Sowohl das Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide als auch die AMEOS-Klinik sind akademische Lehrkrankenhäuser. Wir haben somit in Bremerhaven die gebündelte klinische Kompetenz, um einen Medizinstudiengang etablieren zu können“, erklärt Jörn Hoffmann.

Weiter merkt Hoffmann an: „Das Stufenmodell ist finanziell realistisch. Die erforderlichen Haushaltsmittel können schrittweise bereitgestellt werden, um eine Medizinische Fakultät aufzubauen. Zudem müssen die Kosten nicht allein vom Land getragen werden. Auch der Bund und die Europäische Union kommen als Fördermittelgeber infrage.“

Hoffmann richtet deshalb einen deutlichen Appell an die zuständige Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke):

„Frau Bernhard, schaffen Sie endlich einen Medizinstudiengang im Land Bremen, um eine Versorgungskatastrophe in den kommenden Jahren abzuwenden. Jedes weitere Zögern ist fahrlässig gegenüber der Gesundheit der Menschen im Land Bremen.“

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