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Die SPD-Fraktion unterstützt die Neuorganisation der Frühen Hilfen – mehr Zentralisierung und passgenauere Angebote für junge Familien

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Im vergangenen Jahr wurde die Zukunft der Familienzentren in Bremerhaven intensiv diskutiert. Ziel der beauftragten Evaluation der bestehenden Familienzentren war es, die aktuelle Situation unter Einbeziehung der handelnden Akteure zu analysieren und daraus politische Handlungsempfehlungen für die zukünftige Ausrichtung abzuleiten. Dabei zeigte sich, dass unterschiedliche sozialraumorientierte Arbeitsweisen an den einzelnen Standorten, schwierige Rahmenbedingungen durch knappe Ressourcen, geringe Anreize für Schwangere und werdende Eltern sowie eine unzureichende Verzahnung mit dem Gesundheitsbereich eine Neuorganisation der Frühen Hilfen erforderlich machen. Auch die angespannte Haushaltslage spielte dabei eine wichtige Rolle, da dadurch keine weitere Aufstockung der Förderung für Familienzentren möglich ist.

Die vom Magistrat unter Federführung des Stadtrats für Soziales, Arbeit und Jugend, Martin Günthner, geplante Neuorganisation der Frühen Hilfen zielt auf eine umfassende Strukturreform des gesamten Bereichs ab. Öffentliche Mittel sollen künftig gezielter eingesetzt werden, um Schwangere und junge Familien frühzeitig zu unterstützen und Inobhutnahmen präventiv zu vermeiden.

„Ziel der Neuorganisation ist es, junge Familien als Einheit zu stärken und frühzeitig Unterstützung anzubieten, damit Kinder möglichst bei ihren Eltern aufwachsen können“, erklärt Sabrina Czak, familienpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. „Insbesondere die Zahl der Inobhutnahmen von Kindern unter drei Jahren soll durch passgenaue Angebote für werdende Mütter und junge Familien in Bremerhaven verringert werden“, so Czak weiter.

Geplant ist der Aufbau von drei Quartiersbildungszentren in den kommenden Jahren. Das Bildungshaus in Lehe soll voraussichtlich im Herbst dieses Jahres eröffnen. Zudem ist ein Zentrum für Frühe Hilfen am Hauptbahnhof vorgesehen, das nach derzeitiger Planung ab 2029 zur Verfügung stehen soll. Als dritte Anlaufstelle ist eine Dependance in Leherheide geplant.

Um eine Stigmatisierung von Familien zu vermeiden, sollen niedrigschwellige Angebote für alle Familien unter einem Dach im Zentrum für Frühe Hilfen geschaffen werden. Dazu zählen unter anderem die Gesundheitsberatung familie_kind_gesund, ein Hebammenzentrum, Eltern-Baby-Räume, Erziehungsberatung, Formularlotsen, Großtagespflege, Babylotsen sowie Informationsangebote rund um Familienleistungen. In diesem Sinn werden vielfältige Unterstützungsangebote aus verschiedenen Rechtsbereichen miteinander verzahnt, v.a. die neue verbesserte Kooperation zwischen Jugendamt und Gesundheitsversorgung ist hervorzuheben. „Mit den Babylotsen wird ein neues Angebot in Bremerhaven etabliert, welches v.a. durch die aufsuchende Arbeit in unserem Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide Familien ab dem ersten Tag mit Kind Unterstützungsangebote anbieten kann. Die bessere Verzahnung zwischen den Bereichen Gesundheit und Jugend bündelt somit Kompetenzen, die direkt bei den Familien ankommen“, freut sich Jörn Hoffmann, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Eine weitere Brücke ins Zentrum der Frühen Hilfen bieten zudem Willkommensgeschenke zur Geburt. Die Hoffnung, somit frühzeitig Familien mit Hilfebedarf zu begleiten, um Fremdunterbringungen zu reduzieren, ist Motivation von dem beliebten Konzept der Familienzentren schrittweise abzurücken.

„Wichtig ist uns dabei, dass die bestehenden Familienzentren nicht kurzfristig abgeschafft werden“, betont Czak abschließend. „Die bisherigen Träger werden in die Neuorganisation – sofern möglich – eingebunden, und der Übergang in die neuen Strukturen mit dem Ziel eines erhöhten Kinderschutzes soll gemeinsam gestaltet werden.“

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